Der Bergwinkel ist Rotmilan-Land

25.11.2014

Bürgerinitiative Ramholz/Degenfeld: Rotmilanbeobachtungen gehen weiter

Rotmilan über Ramholz (2)

Trotz der erfolgten Genehmigung der neun 200m hohen Windräder auf der „Breiten First“ bei Ramholz wird die Bürgerinitiative Ramholz/Degenfeld – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz auch im kommenden Jahr ihre Beobachtungen des Rotmilans, des Schwarzstorchs und der Mopsfledermaus in Kooperation mit der Interessengemeinschaft gegen Windkraftanlagen im Sinntal fortsetzen, gibt die BI in einer Pressemitteilung bekannt.

„Geht man in den warmen Jahreszeiten mit offenen Augen durch den Bergwinkel, kann man an jedem Tag Rotmilane beobachten. Besonders genau haben wir in Degenfeld hingeschaut. Wir haben Flugbewegungen mit Hunderten von Fotos und Filmaufnahmen festgehalten und dokumentiert. Mehrfach wurden gleichzeitig mehrere Tiere gesichtet (bis zu 14), wenn die Rotmilane sich im Spätherbst sammeln, Äcker umgepflügt oder Wiesen gemäht werden. Bedingt durch die milde Witterung konnten wir selbst in den ersten beiden Novemberwochen noch Rotmilane beobachten.“, führt Günther Nix einer der Sprecher der BI aus.

In ihrer Pressemitteilung beschreibt die BI , dass sie im Winter 2013 auf 2014 insgesamt 53 Horste im Bereich Volmerz/Hinkelhof/Ramholz/ Gundhelm/Sterbfritz entdeckt hat, die im Frühjahr und Frühsommer 2014 behutsam unter Anleitung des NABU auf Belegung kontrolliert wurden, wobei neben Belegungen mit Mäusebussarden und Habichten auch 5 Horste mit Rotmilanen im Umfeld der „Breiten First“ belegt gewesen sind.

„Zwei der belegten Rotmilanhorste befinden sich in Ramholz, ein Horst in nur ca. 800 m Entfernung zu einem der geplanten Windradstandorte. Hier ist auch noch ein Ausweichhorst entdeckt worden, der sich noch näher an den geplanten Windradstandorten befindet. Die Horste wurden fotografiert, kartiert und die GPS Daten wurden erfasst. Der NABU hat die Horste und die Belegung bestätigt. Die Horste waren im faunistischen Gutachten, das der Antragsteller SynEnergie erstellen hat lassen, nicht enthalten“, erläutert Günther Nix.

„Die Infos wurden der Behörde (Regierungspräsidium) und somit der neuen grünen Regierungspräsidentin zur Verfügung gestellt. Nach der bis dahin durchgeführten Genehmigungspraxis hätte es für die genannten Windräder keine Genehmigung gegeben dürfen“, beschreibt Walter Bartholomä, als Mitglied des Sprecherrates der BI die weitere Vorgehensweise, „zumal es vom Dezember 2013 ein Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes (HVG) gibt, welches den Schutz des Rotmilans wesentlich ausweitet und dies mit dem Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes begründet.“

Wie in den KN berichtet, ist die Genehmigung aller neun Windräder erfolgt.

Die BI weist in Ihrer Pressemitteilung weiter darauf hin, dass die Windkraft-Projektierer schon den Regionalplan der Windvorrangflächen, der ja noch gar nicht gültig sei, als Druckmittel gegen das Planungsrecht der Gemeinden einsetzen. Die Windräder würden dann nach §35 Baugesetzbuch, dem „Freibrief“ für den Bau von WKAs, errichtet, wie dies auch im Fall der „Breiten First“ geschehen sei und sich am Beispiel der geplanten Windkraftanlagen zwischen Schwarzenfels und Züntersbach fortsetzen würde.

Die Windvorrangflächen befinden sich laut Regionalplan bei Elm (Nr.45), Bellings (Nr. 65e), Hohenzell (65g und 65f), Neuengronau (Nr. 63), Altengronau (Nr.55), Weichersbach/Schwarzenfels/Züntersbach/Oberzell (Nr. 50, 50a Nr. 48, Nr. 48a Nr. 52, Nr. 52a Nr. 53), Gundhelm (Nr.313), Breitenbach/Schlüchtern (Nr. 320 und Nr. 480).

Auch aufgrund der hohen Rotmilanpopulation im Bergwinkel lehnt die Bürgerinitiative Ramholz/Degenfel – Rettet die Kulturlandschaft Ramholz den Ausbau der Windkraft im Bergwinkel in ihrer Pressemitteilung ab. „Rotmilane können die Gefahr durch Rotorblätter nicht erkennen und werden häufig Opfer von Windkraftanlagen“, so zitiert Walter Bartholomä aus der Urteilsbegründung des HVG. Abschließend stellt Günther Nix fest: „Natürlich benötigen wir weiterhin die Unterstützung und die Hinweise aus der Bevölkerung, denn durch die vielen möglichen Windkraftstandorte geht das Beobachtungsgebiet weit über das Degenfeld hinaus. Außer den fünf erwähnten Horsten sind uns aber jetzt schon weitere belegte Rotmilanhorste bekannt und ich bin mir sicher, dass wir auch im nächsten Jahr weitere Horste finden werden. Der Bergwinkel ist Rotmilanland!“

V.i.S.d.P. Günther Nix und Walter Bartholomä

Rotmilan im Horst Ramholz (1)

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